St. Leon-Rot: Lage und Geschichte

St. Leon-Rot liegt in der Rheinebene etwa 20 km südwestlich von Heidelberg und ist über die Autobahnen A 5 (E 35; Frankfurt – Karlsruhe Ausfahrt Nr. 39 –Walldorf / Wiesloch- oder Nr. 41 –Kronau-) und A 6 (E 50; Mannheim – Heilbronn Ausfahrt Nr. 32 –Wiesloch / Rauenberg-) sehr gut an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden.

Ergänzt wird die verkehrstechnische Erschließung durch die Bundesstraßen 3 und 39.

Der an der Bahnstrecke Heidelberg - Bruchsal - (Karlsruhe) gelegene S-Bahn-Haltepunkt Rot / Malsch garantiert den Anschluss an den regionalen und überregionalen Schienenverkehr. Die im Takt verkehrende S-Bahn sorgt für gute Verbindungen nach Heidelberg und Bruchsal/Karlsruhe. Den Schienenverkehr ergänzt ein funktionierender Busverkehr, mit dem auch das Mittelzentrum Wiesloch und das Oberzentrum Heidelberg erreicht werden können.

Die mehr als 12.700 Einwohner zählende Gemeinde entstand im Zuge der Gemeindereform aus den beiden einst selbstständigen Orten Rot und St. Leon. Deren Wurzeln reichen weit zurück, wie Funde aus der Mittel- und Jungsteinzeit bis zur Römerzeit belegen. Aus dem Dunkel der Geschichte taucht 853 ein Kanonikerstift namens St. Leo auf.

Urkunde von 858

Erwähnung des Klosters St. Leo in einer Urkunde (29. April 858) Ludwig des Deutschen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurden St. Leon im Jahre 1157 und Rot 1284. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts bildeten beide Ortsteile schon einmal eine Einheit. Jedoch wird 1397 erstmals für jeden Ort ein eigener Schultheiß genannt, was auf eine eigenständige Verwaltung in beiden Gemeinden schließen lässt. Die endgültige Trennung erfolgte am 23.2.1476 durch die Erhebung der Roter Kirche zur Pfarrkirche, die dem heiligen Mauritius geweiht wurde. Den Bauernkrieg hatten beide ehemaligen Gemeinden einigermaßen heil überstanden. Der 30jährige Krieg brachte die Dörfer jedoch an den Rand des Ruins; nur wenige Einwohner überlebten, kein Haus überstand die Zerstörung. Auch die folgenden Jahrhunderte verliefen wenig friedlich, stets waren die Gemeinden von Kriegen und Plünderungen bedroht.

850 Jahre St. Leon

Ab 1771 wurden beide Gemeinden dem Amt Philippsburg unterstellt. Nach der Säkularisation des Hochstifts Speyer gliederte sie Kaiser Napoleon in das Herzogtum Baden ein. 1849 hielt noch einmal Waffenlärm Einzug, als in der Schlacht bei Waghäusel preußische Truppen den Aufstand des Freischärlers Hecker niederwarfen. Dann begann eine Epoche aufstrebender Entwicklung, besonders durch den Anbau von Tabak und den Bau von Tabakfabriken (1870). Geld kam unter die Leute, man kaufte Rebland auf Rauenberger Gemarkung oder legte es zinsträchtig in der dorfeigenen Sparkasse an. Zwei Weltkriege unterbrachen zwar den wirtschaftlichen Fortschritt der Dörfer, konnten ihn aber nicht verhindern.

Seit dem Zusammenschluss wurden in beiden Ortsteilen große Summen investiert, um die Infrastruktur zu verbessern. Es entstanden moderne Neubauviertel, die St. Leon-Rot zu einer attraktiven Wohngemeinde werden ließen. Verbessert wurden auch die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung; die Einwohner profitieren von neuen Sport- und Freizeitanlagen, die den Sportvereinen und Schulen dienen. Das rege Vereinsleben ermöglicht es allen, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Eine stark nach außen wirkende Attraktion gewann die Gemeinde durch den Golfplatz mit zwei 18-Loch-Plätzen sowie einem 9-Loch-Platz, der nahe dem Gewerbepark St. Leon-Rot verwirklicht wurde und der für attraktive Golfturniere zur Verfügung steht. Bis 2004 fand im Rhythmus von zwei Jahren in St. Leon-Rot mit den "SAP - Deutsche Bank Open" die Europameisterschaft der Profigolfer statt.

Neben dem sportlichen Angebot können die Einwohner ihren musischen Neigungen in den verschiedenen Kultur tragenden Vereinigungen nachgehen.

In der Erholungsanlage „St. Leoner See“ finden Dauer- und Tagescamper genauso Entspannung wie Tagesgäste. Angeln und Baden sind in der Anlage ebenfalls möglich wie Windsurfing, Wasserskifahren, Segeln und Tauchen.

Mit dem Veranstaltungszentrum „Harres“ hat die Gemeinde im Jahre 1986 ihr Bürgerhaus in der gemäß Fusionsvertrag neu ausgewiesenen Ortsmitte errichtet. 1998 wurde neben dem „Harres“ das neue Rathaus bezogen und die in den bisherigen Rathäusern untergebrachte Gemeindeverwaltung unter einem Dach vereinigt. Die evangelische Kirche ergänzt das neue Ortszentrum genauso wie ein Wohn- und Gewerbegebiet gegenüber dem neuen Rathaus.

Dort können die Einwohner in modernen Einkaufszentren alle Waren des täglichen Bedarfs erstehen. Weiter entstand im Bereich dieser Ortsmitte ein von der Caritas Rhein-Neckar getragenes Seniorenzentrum mit Altenpflegeheim und betreuten Wohnungen. Das künftige Hallenbad wird hinter dem "Harres" an der Laurentiusstraße erstellt.

Seit mehr als 500 Jahren ist in St. Leon ein Markt bezeugt, der heute noch als so genannter Sauerkrautmarkt alljährlich am Sonntag und Montag nach Allerseelen abgehalten wird. Nicht nur beim Sauerkrautmarkt mit St. Leoner Kerwe, auch bei der Straßenkerwe in Rot und dem Straßenfest der St. Leoner Ortsvereine sowie vielen Vereinsfesten treffen sich die Einwohner der Gemeinde mit Gästen aus nah und fern

Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe haben in beiden Ortsteilen eine gesunde Existenzgrundlage. Darüber hinaus siedelten größere Industriebetriebe an; in den letzten Jahren wurden immer mehr Arbeitsplätze vor Ort geschaffen. Die SAP hat im Gewerbepark St. Leon-Rot ihren Support konzentriert. Die Aus- und Fortbildungsveranstaltungen an der SAP-University besuchen täglich bis zu 450 Schulungsteilnehmer. Rund 4.000 Mitarbeiter des Supports unterstützen nun Software-Anwender in der ganzen Welt.

Von den erfolgreichen Bemühungen, Arbeitsplätze am Wohnort zu schaffen, profitiert auch die Bevölkerung, die sich durch Fleiß auszeichnet. Neben dem Haupterwerb gehen einige vor allem dem Spargelanbau als Nebenerwerb nach, durch den sie sich einen lohnenden Nebenverdienst erarbeiten. Dies ist auch in den Neubauvierteln zu sehen, in denen attraktive Häuser von moderner Wohnqualität zeugen. Durch die Arbeitsplätze am Ort sind die Beschäftigten auch interessiert, sich nahe dem Arbeitsplatz niederzulassen. Um diesen Wünschen und den Bauwünschen der ansässigen Bevölkerung gerecht zu werden, wies die Gemeinde in den Ortsteilen Baugebiete für insgesamt rund 2.000 Einwohner aus; die Bebauung beider Gebiete ist im Gange.

Durch die neue Ortsmitte mit Rathaus, "Harres", dem evangelischen Gemeindezentrum, dem Seniorenzentrum, den Einkaufsmärkten und dem Privatgymnasium St. Leon-Rot schließt das dem Ortsteil Rot zuzurechnende Baugebiet "Rosenstraße/Tränkweg" die bisher bestehende Besiedlungslücke zwischen den Ortsteilen weitgehend.

Auf kulturellem Sektor sind die Volkshochschule mit integrierter Kinderkunstschule und die Musikschule mit breit gefächertem Angebot aktiv.

Für die schulische Grundausbildung wird in derzeit zwei Grund-, Haupt- und Werkrealschulen gesorgt. Seit dem Schuljahr 2004/05 hat das Privatgymnasium St. Leon-Rot seinen Unterricht aufgenommen. Das neue Schulgebäude für das Privatgymnasium ist gegenüber dem evangelischen Gemeindezentrum entstanden und wurde 2008 mit einem weiteren Flügel ergänzt. Dieser wurde aufgrund der großen Nachfrage notwendig.

Ab dem Schuljahr 2010/2011 nahm die Werkrealschule St. Leon-Rot ihren Betrieb auf; beide Hauptschulen schlossen. Grundschulen bleiben in beiden Ortsteilen bestehen und sichern kurze Schulwege für die Erst- bis Viertklässler.
Die Werkrealschule soll ab dem Schuljahr 2014/15 durch die Gemeinschaftsschule ersetzt werden; der Antrag dazu wurde im Oktober 2013 gestellt. Die Entscheidung des Kultusministerums muss abgewartet werden.
Ein Privatgymnasium ergänzt das Spektrum der schulischen Bildungsmöglichkeiten in S. Leon-Rot ab.
Andere weiterführende Schulen sind in den Nachbarstädten Walldorf, Wiesloch und Heidelberg leicht zu erreichen. Zu diesen Städten bestehen auch attraktive Bus- und Bahnverbindungen, die durch ein Ruftaxi ergänzt bzw. verbessert werden. Der ÖPNV verbindet die Gemeinde auch mit dem Gewerbepark sowie dem Bahnhof Rot/Malsch und sorgt auch für attraktive innerörtliche Verbindungen.

 

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Wissen, wo man lebt

Umschlag des Heimatbuches

Wer mehr über die Geschichte und die Entwicklung St. Leon-Rots wissen will, sollte auf das Heimatbuch zurückgreifen, das im Jahre 2004 herausgegeben wurde.

Sie erhalten das mit vielen, meist vierfarbigen Abbildungen versehene Buch im Rathaus (Bürgerbüro) und bei den örtlichen Banken zum Selbstkostenpreis von 35 Euro.



Landeskundliches Informationssystem LEO-BW


St. Leon-Rot liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar